Die meisten sind gar keine echten Flüchtlinge!?

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Die meisten sind gar keine echten Flüchtlinge!?

 

Die Gründe, die Menschen in die Flucht treiben, wiegen schwer.


Niemand setzt sich leichtfertig nachts in ein marodes Boot, wissend, dass auf offener See der Tod droht. Niemand setzt alles aufs Spiel, lässt alles los – die Heimat, Besitz, Freund*innen, Verwandte, vielleicht sogar Kinder –, nur in der Hoffnung auf den Bezug von Sozialleistungen. Wer Asyl sucht, kämpft oft ums Überleben, weil im Herkunftsland Krieg herrscht, Verfolgung droht, Diskriminierung an der Tagesordnung oder die eigene Existenz in Gefahr ist.

Die größte Gruppe unter den Asylsuchenden in Deutschland sind derzeit Flüchtlinge aus dem syrischen Bürgerkrieg – von Anfang 2015 bis Ende 2016 stellten sie mit 425.000 Anträgen über ein Drittel der Asylerstanträge, die während dieser zwei Jahre in Deutschland insgesamt verzeichnet wurden.[i] Im gleichen Zeitraum suchten fast 160.000 Asylsuchende aus dem von Krieg und Vertreibung gezeichneten Afghanistan Schutz, knapp 126.000 Menschen aus dem terrorgeplagten Irak, etwa 32.000 Personen aus dem für schwere Menschenrechtsverletzungen kritisierten Iran und rund 30.000 Personen aus Eritrea, wo eine brutale Militärdiktatur herrscht. Insgesamt wurden in den Jahren 2015 und 2016 knapp zwei Drittel aller Asylerstanträge von Menschen aus diesen fünf Herkunftsländern gestellt.

Die Mehrzahl der Asylsuchenden erhält nach inhaltlicher Prüfung durch das Asylbundesamt (BAMF) einen Schutzstatus: 2015 waren es 61 %, im Jahr 2016 sogar 71 %.[ii] Ein Teil der Abgelehnten ist danach noch mit einer Klage vor Gericht erfolgreich. Bei den Herkunftsstaaten Syrien, Irak und Eritrea lag die Schutzquote nach inhaltlicher Prüfung der Asylanträge im Jahr 2015 bei nahezu 100 %. Zwar wird inzwischen Flüchtlingen aus den Hauptherkunftsstaaten vermehrt nur noch ein niedrigerer Schutzstatus als die Flüchtlingsanerkennung gewährt – oft der sogenannte „subsidiäre Schutz“. Das ändert aber nichts daran, dass sehr viele Flüchtlinge erst einmal bleiben dürfen, denn die Situation in den betreffenden Ländern hat sich nicht gebessert.


 


[i] Alle Zahlen dieses Abschnitts: BMI (Pressemitteilungen vom 06.01.2016 und 11.01.2017): „2015: Mehr Asylanträge in Deutschland als jemals zuvor“ und „280.000 Asylsuchende im Jahr 2016“.

[ii] Sogenannte „bereinigte Schutzquote“ nach Abzug der rein formellen Entscheidungen, selbst errechnet mit den Zahlen aus den Quellen: „Das Bundesamt in Zahlen 2015 (PDF-Dokument)“ bzw. „Asylgeschäftsstatistik 12/2016 (PDF-Dokument)“.

 

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